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Geschichte des Vereines
1848 wurde in Österreich die Grunduntertänigkeit aufgehoben. Für die erlangte Freiheit mussten die Untertanen an die Grundherrschaft eine Entschädigung (20 Jahresraten) erbringen. Dadurch und durch den Wegfall der Leistungen des Grundherrn gerieten viele Bauern (75 % der Bevölkerung) in große Schwierigkeiten. Geschah auch noch eine Brandkatastrophe, so war für viele Betroffene ihre Existenz zu Ende.
Nach dem Staatsgrundgesetz von 1867 bestand die Möglichkeit Vereine auf der Basis der wechselseitigen Unterstützung zu gründen. Nur drei Jahre später 1870 wurde in Langenwang, als erster Verein in der Gemeinde, der Wechselseitige Brandhilfeverein Langenwang gegründet. Der erste Obmann war Herr Gemeinderat Gamperl aus Langenwang.
Ein Verein, der nicht ausgerichtet war Gewinne zu machen, der aber auf einfache, überschaubare, unbürokratische Art, durch Blitzschlag oder durch Feuersbrunst geschädigten Mitgliedern half, möglichst rasch ihren gewöhnten Tagesverrichtungen nach zu gehen. Einem in Not geratenen Mitglied konnte durch Arbeits-kraft, durch Fuhrleistung, durch Lieferung von Baumaterial, Nahrungsmitteln oder auch mit Geld geholfen werden.
Diese Art der Hilfe wurde bis 1961 praktiziert. Erst in der 81. Generalversammlung wurde die Umstellung der Mitgliederleistungen ausschließlich auf Geld beschlossen. Im letzten Drittel des 19. Jhds. entstanden auch die Genossenschaftsbewegungen und die Vorstellungen Raiffeisen fassten in Österreich Fuß. (1. Raiffeisenkasse 1886 Spitz a.d. Donau) Tausenden von Mitgliedern konnte durch unseren Verein geholfen werden.
Diese schlichte aber großartige Idee hat sich von Anfang an bis heute bestens bewährt. Kaiserreich, Erste Republik, Anschluss, Zweite Republik; mit Währungen wie Gulden und Kreuzer (1857), Krone und Heller (1892), Schilling und Groschen (1924), Reichsmark und Pfennig (1938), Schilling und Groschen (1945) und Euro und Eurocent (2002). Alle diese geschichtlichen Wandlungen konnten unsere Idee keinen Abbruch bewirken.
Bis zum 9. Juli 1939; in einer außerordentlichen Generalversammlung musste auf Verlangen des Stillhaltekommissärs der NSDAP (Nationalsozialistische Arbeiterpartei) der Verein aufgelöst werden. Alle Vereinsmitglieder wurden geschlossen von der wechselseitigen Versicherungsanstalt Südmark übernommen.
Zu diesem Zeitpunkt gab es 2.010 Mitglieder mit 30.360 Klassen. Gleich nach Kriegsende wurde unser WBVL wieder organisiert. Die provisorischen Vorstandsmitglieder, die Herren Johann Rinnhofer (Obmann), Josef Zwing (Kasssier) und Ludwig Kuhr (Geschäftsführer) bauten mit vielen Helfern den Verein wieder auf. Am 3. September 1948 genehmigte die Sicherheitsdirektion in Graz unsere Statuten. Unser WBVL arbeitet wieder offiziell.Heute (Stand 31.12.2003) zählt der WBVL 2.019 Mitglieder in 86.426 Klassen. 1972 haben wir zu der Sachwertversicherung noch eine Viehversicherung, die unabhängig von der Sachwertversicherung geführt wird, eingeführt. Sie funktioniert nach der gleichen Idee wie die Objektversicherung.